Schutzziele der Spielplatzprüfungen

Welches Schutzniveau wollen die Normen erreichen?


Zitate aus der Spielplatznorm 1176

Quelle: DIN EN 1176 Beiblatt 1:2009-01:

 

Aus deutscher Sicht sind die sicherheitstechnischen Festlegungen für Spielplatzgeräte so formuliert, dass eine 100%ige Sicherheit auf Spielplätzen nicht ableitbar ist. Auf jeden Fall soll aber erreicht werden, dass Spielplatzgeräte so beschaffen und in den Spielablauf integriert sind, dass Kinder bestimmte Fähigkeiten trainieren können und dabei ein selbstsicheres Verhalten als Lerneffekt erreicht wird.

 

Spielplatzgeräte müssen so konstruiert und aufgestellt sein, dass der Verlust von Leben, Beweglichkeit, Sinneswahrnehmung und der eventuelle Verlust von Gliedmaßen vermieden wird.

 

Als überschaubare Restrisiken werden Verletzungen in Kauf genommen, wie sie auch im Sport (Freizeitsport und Schulsport) eintreten können. In der Rechtsprechung ist der Begriff "sportlich-spielerisches Risiko" geprägt worden.

 

Die Risiken des Lebens müssen von Kindern erlebbar, erlernbar und damit beherrschbar sein.

 

Spiel mit Risiko ist somit lebensnotwendig.

 

Wenn man Beispiele bildet wie "blauer Fleck" usw. legt man die Schwelle zu niedrig. Im Sport gibt es wesentlich stärkere Verletzungen wie Zerrungen, Brüche von Fuß, Bein, Arm - ja sogar Gehirnerschütterungen. Letztere können durch stoßdämpfende Böden nur eingeschränkt und abgemildert, nie aber ausgeschlossen werden.

 

 

Quelle DIN EN 1176-1:2008-08:

 

Das Spielangebot sollte darauf abzielen, die Balance zu halten zwischen der Notwendigkeit, Risiko anzubieten und der Notwendigkeit, das Kind vor schwerwiegenden Verletzungen zu schützen.

 

Das Ziel dieser Norm ist, in erster Linie Unfälle zu verhindern, die zu Behinderungen oder Tod führen, und in zweiter Linie, schwerwiegende Folgen zu mildern, ...

 

Fazit

Besonders bei den Jahreshauptinspektionen ist es das Ziel, Mängel mit schwerwiegenden Folgen zu erkennen. Gerade die Resthaltbarkeit und Reststabilität von Hölzern spielen hier eine große Rolle.

 

Die Frage der Fangstellen lege ich gern hochwertiger aus, als es die Normen vorschreiben. Der Umgang mit den Prüfkörpern ist eine wissenschaftliche Methode, reicht mir aber bei meinem Qualitätsanspruch nicht aus. Prüfkörper dienen vor allem zur Beurteilung von Fangstellen. Bei Fangstellen geht es aber grundsätzlich um tödliche bis schwerwiegende Folgen durch Mängel an den Geräten, sodass ich hier ein höheres Niveau anstrebe. In meinen Berichten wird das durch die Formulierung der Dringlichkeit der Maßnahme deutlich hervorgehoben. Mindestanforderungen sind ein "Muss", "Empfehlungen" führen zu einer höheren Sicherheit. Aber der Betreiber der Anlage entscheidet über das Sicherheitsniveau und die Maßnahmen, nicht der Spielplatzprüfer. Der Spielgeräteprüfer kann hier aber sehr wohl Empfehlungen aussprechen. Diese sind nicht zuletzt Erkenntnisse aufgrund langjähriger Berufserfahrung.

 

Weitere Anmerkungen zu meiner Berichtsqualität

Und gern noch einige Anmerkungen zu meinen Berichten. Die Berichte entsprechen der DIN SPEC 79161. Sie lassen keine Unklarheit darüber, ob ein Mangel besteht bzw. eine Abweichung zu Normvorgaben besteht. Bei der Formulierung von Maßnahmenvorschlägen kann der Betreiber schnell die Dringlichkeit erkennen. Auch wird eine Zeitangabe über die zu erwartende Resthaltbarkeit bei kritischen Hölzern getroffen. Bilder dienen zum leichten Wiederauffinden und Erkennen des Mangels, sodass z.B. der Bauhofleiter nicht erst selbst eine Ortsbesichtigung zur Festlegung von Maßnahmen durchführen muss. Das spart ihm Zeit und evtl. Nacharbeiten bei unzureichender Mängelbeseitigung.

 

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