Betreiber haben folgende Prüfungen zu veranlassen

Maßstab für die Organisation der Verkehrssicherheit auf dem Kinderspielplatz ist die DIN EN 1176-7. Diese ist richtungsweisend da gerichtlich anerkannt. Prüffristen werden dort vorgegeben.

 

Darin werden unterschieden:

  • Visuelle Routine-Inspektion
  • Operative Inspektion
  • Jährliche Hauptinspektion

 

Visuelle Routine-Inspektionen werden täglich bis wöchentlich durchgeführt. Es sind reine Sichtkontrollen, die die Nutzer wie Kindergärtnerinnen oder Schulhausmeister durchführen können.

 

Bei den operativen Prüfungen bzw. operativen Inspektionen werden Sicht- und Funktionsprüfungen der Spielplätze vorgenommen. Es soll die Betriebssicherheit geprüft werden. Schwerpunkt liegt auf der Erkennung jedweden Verschleißes. Dafür sind detailliertere Kenntisse über die Geräte und die Normen erforderlich. Schulungen sind erforderlich. Für kommunale Kindergärten wird diese Arbeit häufig Bauhöfen übertragen. Die Unfallkasse Nord bietet solche Seminare für seine Versicherten in Schleswig-Holstein und Hamburg an, also Mitarbeiter von Kindergärten, Schulen und Bauhöfen. Je nach Nutzung des Spielplatzes ist diese Prüfung monatlich bis vierteljährlich durchzuführen.

 

Die jährliche Hauptinspektion (Jahreshauptinspektion) wird speziell geschultem Fachpersonal übertragen. Schwerpunkt ist die Beurteilung der Standsicherheit und das Erkennen verdeckter Schäden wie Fäulnisbildung von Hölzern im Bodenbereich inkl. deren Bewertung. Prognosen über die Resthaltbarkeit der Geräte gehören zur jährlichen Hauptinspektion dazu. Querbalken von Holz-Doppelschaukeln erfordern immer eine besondere Aufmerksamkeit. Aber auch die Standsicherheit der Bäume ist zu betrachten. Für Sichtkontrollen der Bäume gibt es die VTA-Methode und die FLL-Regelkontrolle. Durch bloße Inaugenscheinnahme ohne zerstörende Prüfungen wie Anbohren des Holzkerns kann der Zustand des Baumes begutachtet werden. Werden bedeutsame Schäden vermutet, sind intensivere Untersuchungen zu veranlassen. Stattdessen sind Pflegemaßnahmen der Baumkrone üblich. Siehe auch rechtlichen Hintergrund. Aufgrund langjähriger Erfahrung des Prüfers können hier Prüfkosten für weitergehende Prüfungen gespart und gleich sinnvolle Schnittmaßnahmen eingeleitet werden. Der häufigste Mangel sind falsch durchgeführte Baumschnitte, die zu unnötigem Längenwachstum führen, wobei die Vitalität des Baumes und Stabilität der Äste geschwächt werden. Dieses ist auf den ersten Blick leicht zu erkennen.

 

Abnahmeprüfungen

Bevor neu aufgestellte Geräte zur Nutzung freigegeben werden, sind sogenannte Abnahmeprüfungen üblich. Der Prüfungsumfang ist ähnlich der jährlichen Hauptinspektion. Diese Prüfung ist nicht Pflicht, wird aber von den Betreibern häufig veranlasst. Die Verantwortung und Haftung soll auf den Spielanlagenprüfer übertragen werden. Das ist aber nur zum Teil möglich. Auf jeden Fall wird das Risiko einer Organisationsverschuldung minimiert.

 

Diese Abnahmeprüfungen werden meistens kurzfristig terminiert, da die Freigabe des Spielplatzes natürlich sofort nach Beendigung der Baumaßnahmen erfolgen soll. Für solche Prüfungen stehe ich grundsätzlich kurzfristig zur Verfügung (nur wenige Ausnahmen sind denkbar). Innerhalb der laufenden Woche erfolgt dann die Prüfung. Der schriftliche Bericht folgt umgehend. Meistens kann eine mündliche Freigabe bereits am Prüfungstag ausgesprochen werden.