Tipps zur Gestaltung

Spielgeräte sicherer gestalten - Lebensdauer erhöhen - interessante Konstruktionsdetails. Beispielbilder sollen Anregungen liefern, Spielgeräte auf Spielplätzen länger nutzen zu können. Werterhaltung als Kosteneinsparung. Einige Bilder zeigen aber auch, wie man es nicht machen sollte.

 

Benennung der Bilder:

-1 = 1. Bild in Rubrik "Negative Beispiele"

+1 = 1. Bild in Rubrik "Positive Beispiele"

 

(-1 /-2) Die Sperrung der langen Tunnelröhre stieß natürlich auf Unverständnis, die Regeln für die Hilfestellung durch Erwachsene sollte aber wichtiger sein. Nun gibt es an beiden Seiten 2 m lange Verstecke in den Röhren.

 

(-3) Die Brüstung hat leider ein falsches Öffnungsmaß (Fangstelle für den Kopf).

 

(-4) Die malerischen Bleistifte habe ich schon öfters gesehen, grundsätzlich sind gefährliche Fangstellen für den Kopf vorhanden. In einem Fall hat der Betreiber die Konstruktion sofort selbst entfernt.

 

(-5) Das Baumhaus ist zwar sehr schön, der Boden ist aber für die Fallhöhe nicht geeignet. Rindenmulch als Fallschutz hätte das Problem gelöst und den Charakter der Anlage nicht gestört.

 

(-7) Bei der Bauecke hatte man heftig übertrieben, was die Kindergartenleiterin überhaupt nicht einsah.

 

(-8) Grundwasserspiegel hat das Fundament hochgedrückt. Typisches Problem in unmittelbarer Strandnähe an der Ostsee.

 

(-12) Fangstelle für die Füße an einer Wackelbrücke.

 

(-13) Weggespielter Sand am Rutschenauslauf. Sand war extrem verhärtet.

 

(-14/-17) Lose Seile haben an Spielgeräten nichts zu suchen. Seile bilden häufig gefährliche Fangstelle für den Kopf.

 

(-15/-19) Robinienholz gilt als besonders haltbar, was die Praxis auch zeigt. Allerdings bieten Astlöcher gelegentlich eine Angriffsfläche für Wasser und damit für nicht aufzuhaltende Verwitterung. Bleibt das Wasser im Astloch stecken und kann nicht abfließen, führt das frühzeitig zum Ausfall auch dieses Holzes. Solche Löcher müssen unbedingt vollständig geschlossen werden, damit erst gar kein Wasser eindringen kann.

 

(-16) Falsche Brüstung im Bereich des Rutscheneinlaufs.

 

(-20/-21) Der Sprung ins kalte Wasser in die Ostsee vom höchsten Ausguck des Turmes auf der Seebrücke in Heiligenhafen ist leider ungehindert möglich. Bild -20 zeigt den Blick vom Turm über die Brüstung des Stags ins Meer. Fatal. Hier ist man offensichtlich nicht dem Prüfer des TÜV gefolgt.

 

(-25/-26) Gefährliche Aststummel sind Fangstellen für Kapuzen, Schals, Fahrradhelme, und evtl. Kordeln und sind häufig gefährliche Dorne für die Augen beim Spielen und Klettern. Die Aststummel entstehen durch falsche Schnittmaßnahmen, werden auch als Kleiderhaken bezeichnet.

 

(-28) Vogelnestschaukeln werden häufig zu niedrig aufgehängt. Der Wunsch ist immer wieder, dass auch die kleineren Kinder selbstständig den Korb erklimmen können. Es muss aber ein Sicherheitsmaß unterhalb des tiefsten Netzpunktes von 40 cm verbleiben. Das wird deutlich, wenn der Korb voller Kinder ist und schwungvoll geschaukelt wird. Die Schaukel muss über ein gestürztes Kind hinweg schaukeln können.

 

(-29) Hübscher Pilzbewuchs. Holzpalisaden im Boden eingebaut haben sehr kurze Lebensdauer, höchstens 6 Jahre.

 

(-30) Gebrochenes Kunststoffteil einer Federwippe.

 

(-31) Splintholz ist morsch, was unbedenklich wäre. Jedoch ist das Kernholz bereits erheblich angegriffen.

 

(-32) Die Dämpfungswirkung von Autoreifen lässt mit der Zeit nach.

 

Farbanstriche mit deckenden Lackfarben sind häufig gut gemeint aber fehl am Platze. Wasser muss aus Luftschlitzen immer abfließen können. Lacke verhindern das häufig. Nur an den nach oben ragenden Stirnflächen macht ein Anstrich Sinn. Abdeckkappen (+18/+33/+35) oder Abdeckungen (+2/+6/+12) sind andere Lösungen und verhindern eine frühzeitige Verrottung. Auch sind schräge Holzflächen sehr sinnvoll (+44).

 

Fallschutzplattenverhindern im Rutschenauslauf das Wegspielen von Rasen und Sand (+28/+32). Gelegentlich kann ein passender Fallschutz mitbestellt werden (+5).

 

(+15/+16) Künstlerisch wertvoll. Keine Fangstellen.

 

(+19) Fisch mit beweglichen Elementen. Anordnung unter 60 cm über dem Steg verhindert gefährliche Fangstellen.

 

(+20) Keine Quetschstelle für Füße. Die Wendel beginnt höher. Es kann aber noch ausreichend Wasser gefördert werden.

 

(+21) Stoßdämpfung für die Wippe erfolgt durch Autoreifen. Längs und nicht quer eingebaut.

 

(+22) An Wippenlagerung sind keine Quetsch- und Scherstellen vorhanden.

 

(+23) Ausgekofferter Sand beim Sandwechsel oder bei nachträglicher Verbesserung des Fallschutzes sollte auf dem Platz verbleiben und als Hügel dienen. Dieser kann mit der Zeit begrünt und vergrößert werden.

 

(+25) Toranker verhindern das Umkippen eines Fußballtores.

 

(+26) Netz eines Tores lädt nicht zum darauf sitzen ein.

 

(+27) Gesicherte Ratsche an einer Slackline.

 

(+30) Fallschutzplatte gleicht fehlerhaftes Fundament aus.

 

(+34) Vorschriftsmäßig eingebauter Reifenhügel.

 

(+45) Querbalken von Doppelschaukeln sollten nicht mehr aus Holz bestehen. Die Haltbarkeit ist zeitlich eng begrenzt und erfordert einen hohen Prüfungsaufwand ab dem dritten Jahr nach Anschaffung. Die A-Masten können gern weiter aus optischen Gründen aus Holz gestaltet sein, wenn sie auf Metallpfostenschuhen gesetzt werden. Ein individuelles Beispiel einer Vogelnestschaukel siehe Bild aus Flensburg.

 

(+46 und 47) Lümmelbank, simpel und doch wirkungsvoll.

 

(+48) Metallkappe schützt vor Verwitterung.

 

 

Positive Beispiele

Negative Beispiele