Mundschutz für die Bevölkerung

Uneinigkeit herrscht bei den Virologen bei der Bewertung von selbstgenähtem Mundschutz. Es gibt viele Vermutungen, aber keine wissenschaftlichen Nachweise. Erste Studien halten diesen Mundschutz für sinnvoll. Deshalb gibt es so viel unterschiedliche Meinungen.

 

 

Gedankenansätze

  • Das Coronavirus wird hauptsächlich durch Tröpfchenübertragung weitergereicht. Dazu werden auch feinste Aerosole gezählt
  • Tröpfchen und Aerosole entstehen durch Husten, Niesen, Sprechen, Atmen, Singen
  • Dem Sprechen wurde bislang offensichtlich zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt
  • Das Sprechen ist offensichtlich ein wirkungsvoller Infektionsauslöser, die Raumluft ein idealer Übertragungsweg, es mehren sich Aussagen von Virologen in dieser Richtung
  • Offensichtlich erkranken viel mehr Menschen auf diese Weise als bislang vermutet wurde
  • Tröpfchen und Aerosole entstehen auch nach sportlicher Betätigung durch tiefe Atmung
  • Tröpfchen durch Sprechen sind feiner als beim Husten, halten sich also länger in der Raumluft (unter 5 µm)
  • Feine Tröpfchen / Aerosole mit Coronaviren sollen sich bis zu 3 Stunden in der Raumluft halten
  • Die Raumlüftung ist also viel wichtiger als normal, stündliches Stoßlüften in Räumen ist dringend anzuraten, in Büros dreimal stündlich. Im Sommer jeweils für 10 Minuten!
  • Die Personenzahl pro Raum, bei Besprechungen z.B., ist zu überdenken und möglichst gering zu halten
  • Ein Mundschutz reduziert die Tröpfchen direkt nach vorn zum Gesprächspartner, sie werden seitlich und nach unten besser verteilt. Evtl. reduziert es auch die Wurfweite nach vorn
  • Ein Mundschutz reduziert das Risiko für den Träger, wenn er angehustet oder angeniest wird. Tröpfchen des Gesprächspartners werden im eigenen Mundschutz zum Teil abgehalten werden. Die Augenpartie bleibt ungeschützt
  • Mundschutz ist kein wirklicher Schutz, reduziert aber offensichtlich das Risiko, das gilt für beide Richtungen
  • Mehrlagiger Mundschutz ist wirkungsvoller als einlagiger Baumwollstoff
  • In Österreich wurden frühzeitig harte Schutzmaßnahmen eingeführt, frühzeitig die Kinderspielplätze geschlossen und eine Tragepflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen eingeführt
  • Was falsch läuft, kann man gut von anderen Ländern lernen wie USA, Israel, Bulgarien, Japan usw.
  • Mund-Nase-Schutz, sogenannter OP-Schutz mit CE-Kennzeichen ist wirkungsvoller als der oben angesprochene Behelfs-Mundschutz
  • Atemschutzmaske FFP2 ist wirksamer als der OP-Mundschutz
  • Masken mit Ausatemventil schützen nicht den anderen. Diese Maskenvariante ist nur für den Eigenschutz sinnvoll, also gemäß Tragepflicht in der Öffentlichkeit ungeeignet
  • Mundschutz ist nur zusätzlich zu den üblichen Schutzmaßnahmen wie Abstandshaltung sowie Husten und Niesen in die Armbeuge (und dann gern abwärtsgerichtet) sinnvoll, es ersetzt keinesfalls die einfachen Verhaltensregeln

 

Ich rate zum Tragen von selbstgenähtem Mundschutz, wenn man anderen Personen zu nahekommen kann, also an Arbeitsplätzen, in Arztpraxen etc. In Pkw ist die Lüftung wichtiger, das Tragen von Mund-Nasen-Schutz belastend und wenig wirksam. Beim Einkaufen ist er inzwischen Pflicht. Zumindest in den nächsten Monaten. Und immer an die Raumlüftung denken.

 

Stand: 04.08.2020


 

RKI zum Mundschutz

Das RKI hat seine Bewertung hinsichtlich (selbstgenähtem) Mundschutz geändert (Stand 02.04.2020):

"Es ist zu vermuten, dass auch Behelfsmasken das Risiko verringern können, andere anzustecken, weil sie die Geschwindigkeit der Tröpfchen, die durch Husten, Niesen oder Sprechen entstehen, reduzieren können."

 

"Deshalb könnte das Tragen von Behelfsmasken durch Personen, die öffentliche Räume betreten, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, z.B. ÖPNV, Lebensmittelgeschäften oder auch ggf. am Arbeitsplatz, dazu beitragen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen."

 

Die WHO hat ihre Meinung geändert und empfiehlt bei Ansammlungen in Räumen und im ÖPNV das Tragen von Mund-Nasen-Schutz (Anfang Juni).

 

 

Greenpeace zum Mundschutz

Mundschutz richtig handhaben

 

Schmierinfektion kann nur unter ungünstigsten Bedingungen stattfinden, stellt also nahezu kein Risiko dar. Die Handhabung, siehe unten, lenkt also vom wichtigsten Thema, dem Lüften, ab.

 

 

Wichtig: Beim Tragen von Schutzmasken aller Art gibt es wichtige Vorsichts-Regeln, die vor einer versehentlichen Schmierinfektion schützen:

  • Stets so verhalten, als ob man keine Maske tragen würden
  • Die Maske so behandeln, als ob sie mit Viren verunreinigt wäre
  • Die Maske nicht anfassen und nach dem Absetzen der Maske die Hände waschen. Wichtig: Berührungen im Gesicht und an der Maske vermeiden
  • Beim Abnehmen kurz den Atem anhalten, da sich auf der Maskenoberfläche Viren befinden können
  • Nach dem Abnehmen die Hände gründlich mit Seife waschen
  • Im Freien Maske ausschlagen, innerhalb von Räumen vorsichtig handhaben, um keine Tröpfchen freizusetzen, also Maske niemals abreißen
  • Nicht auf den Abstand zu anderen Menschen verzichten
  • Trotz Maske in die Armbeuge husten und niesen

Basis der Betrachtungen von Autor: Axel Bach / Quarks.de

 

 

 

 

Einfacher Mundschutz mit Metallbügel, doppellagig