Mundschutz für die Bevölkerung

Uneinigkeit herrscht bei den Virologen bei der Bewertung von selbstgenähtem Mundschutz. Es gibt viele Vermutungen, aber keine wissenschaftlichen Nachweise. Deshalb gibt es so viel unterschiedliche Meinungen.

 

 

Gedankenansätze

  • Das Coronavirus wird hauptsächlich durch Tröpfchenübertragung weitergereicht
  • Tröpfchen entstehen durch Husten, Niesen, Sprechen, Atmen, Singen
  • Dem Sprechen wurde bislang offensichtlich zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt
  • Das Sprechen ist offensichtlich ein wirkungsvoller Übertragungsweg, es mehren sich Aussagen von Virologen in dieser Richtung
  • Offensichtlich erkranken viel mehr Menschen auf diese Weise als bislang vermutet wurde
  • Tröpfchen entstehen auch nach sportlicher Betätigung durch tiefe Atmung
  • Tröpfchen durch Sprechen sind feiner als beim Husten, halten sich also länger in der Raumluft
  • Feine Tröpfchen mit Coronaviren sollen sich bis zu 3 Stunden in der Raumluft halten
  • Die Raumlüftung ist also viel wichtiger als normal, stündliches Stoßlüften in Räumen ist dringend anzuraten
  • Die Personenzahl pro Raum, bei Besprechungen z.B., ist zu überdenken und möglichst gering zu halten
  • Ein Mundschutz reduziert die Tröpfchen direkt nach vorn zum Gesprächspartner, sie werden seitlich und nach unten besser verteilt. Evtl. reduziert es auch die Wurfweite nach vorn
  • Ein Mundschutz reduziert das Risiko für den Träger, wenn er angehustet oder angeniest wird. Tröpfchen des Gesprächspartners werden im eigenen Mundschutz zum Teil abgehalten werden. Die Augenpartie bleibt ungeschützt
  • Mundschutz ist kein wirklicher Schutz, reduziert aber offensichtlich das Risiko, das gilt für beide Richtungen
  • Mehrlagiger Mundschutz ist wirkungsvoller als einlagiger Baumwollstoff
  • Die USA empfehlen inzwischen das Tragen von selbstgenähtem Mundschutz in der Öffentlichkeit. Die deutschen Bundesländer führen nach und nach die Tragepflicht ein, Schleswig-Holstein ab dem 29.04.2020
  • In Österreich wurden frühzeitig harte Schutzmaßnahmen eingeführt, frühzeitig die Kinderspielplätze geschlossen und eine Tragepflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen eingeführt. Österreich ist für Europa das Vorzeigeland. Wir können aus den Lockerungsmaßnahmen lernen
  • Ab dem 20.04.2020 wurde in Deutschland keine Tragepflicht eingeführt, es wird seitdem dringend empfohlen, in öffentlich zugänglichen Räumen und Verkehrsmitteln Mundschutz zu tragen
  • Mund-Nase-Schutz, sogenannter OP-Schutz mit CE-Kennzeichen ist wirkungsvoller als der oben angesprochene Behelfs-Mundschutz
  • Atemschutzmaske FFP2 ist wirksamer als der OP-Mundschutz
  • Masken mit Ausatemventil schützen nicht den anderen. Diese Maskenvariante ist nur für den Eigenschutz sinnvoll, also gemäß Tragepflicht in der Öffentlichkeit ungeeignet
  • Mundschutz ist nur zusätzlich zu den üblichen Schutzmaßnahmen wie Abstandshaltung sowie Husten und Niesen in die Armbeuge (und dann gern abwärtsgerichtet) sinnvoll, es ersetzt keinesfalls die einfachen Verhaltensregeln
  • Da der zertifizierte Mund-Nase-Schutz nicht in ausreichender Menge beschafft werden kann, da er ja gerade weltweit und in viel größeren Mengen als üblich dringend benötigt wird, will die Bundesregierung keine Tragepflicht einführen. Aus Gesundheitsschutzgründen wäre das aber absolut sinnvoll. Wird das Risiko reduziert, sinkt auch die Ansteckungsrate

 

Ich rate zum Tragen von selbstgenähtem Mundschutz, wenn man anderen Personen zu nahe kommen kann, also an Arbeitsplätzen, in Arztpraxen etc. Beim Einkaufen ist er inzwischen Pflicht. Zumindest in den nächsten Monaten.

 

Stand: 29.04.2020


 

RKI zum Mundschutz

Das RKI hat seine Bewertung hinsichtlich (selbstgenähtem) Mundschutz geändert (Stand 02.04.2020):

"Es ist zu vermuten, dass auch Behelfsmasken das Risiko verringern können, andere anzustecken, weil sie die Geschwindigkeit der Tröpfchen, die durch Husten, Niesen oder Sprechen entstehen, reduzieren können."

 

"Deshalb könnte das Tragen von Behelfsmasken durch Personen, die öffentliche Räume betreten, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, z.B. ÖPNV, Lebensmittelgeschäften oder auch ggf. am Arbeitsplatz, dazu beitragen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen."

 

Kommentar von mir: Das RKI hat seine Meinung geändert, obwohl ein Mund-Nase-Schutz (OP-Masken) von der Öffentlichkeit nicht mehr beschaffbar ist. Selbstgenähter Mundschutz ist dann das kleinere Übel, hat aber auch eine geringere Schutzwirkung. Es geht lediglich oder immerhin um Risikoreduzierung.

 

 

Greenpeace zum Mundschutz

Mundschutz richtig handhaben

Wichtig: Beim Tragen von Schutzmasken aller Art gibt es ganz wichtige Vorsichts-Regeln, die vor einer versehentlichen Schmierinfektion schützen:

  • Stets so verhalten, als ob man keine Maske tragen würden
  • Die Maske so behandeln, als ob sie mit Viren verunreinigt wäre
  • Die Maske nicht anfassen und nach dem Absetzen der Maske die Hände waschen. Wichtig: Berührungen im Gesicht und an der Maske vermeiden
  • Beim Abnehmen kurz den Atem anhalten, da sich auf der Maskenoberfläche Viren befinden können
  • Nach dem Abnehmen die Hände gründlich mit Seife waschen
  • Im Freien Maske ausschlagen, innerhalb von Räumen vorsichtig handhaben, um keine Tröpfchen freizusetzen, also Maske niemals abreißen
  • Nicht auf den Abstand zu anderen Menschen verzichten
  • Trotz Maske in die Armbeuge husten und niesen

Basis der Betrachtungen von Autor: Axel Bach / Quarks.de

 

 

 

 

Einfacher Mundschutz mit Metallbügel, doppellagig